Cörmigk, ein Dorf in Sachsen Anhalt

Unser malerische Ort Cörmigk, mit rund 600 Einwohner und einer Größe von ca. 8 km⊃2;, liegt mit seinen beiden Randsiedlungen Sixdorf und Neue Siedlung in Sachsen - Anhalt, im Osten des Salzlandkreises.
Das Alter eines Ortes wird nach der ersten für ihn zutreffenden Urkunde bestimmt. Für Cörmigk gab es verschiedene Angaben. So erwähnte ein Pfarrer aus der Nachbargemeinde, in den "Mitteilungen des Verbandes für Anhaltinische Geschichte und Altertumskunde", Teil II Seite 229 unseren Ort mit der Bezeichnung Kormenik im Jahre 1121. Im "Codex Diplomatikus Anhaltinus" (CDA), deren Bände einen Überblick aller Urkunden von Anhalt beinhalten, ist diese Jahreszahl für uns nicht erwähnt. Auch Nachforschungen, wo diese Jahreszahl beurkundet sein könnte brachte kein Erfolg. Im CDA I, Nummer 330 ist die Jahreszahl 1147 zu lesen. Diese Urkunde liegt im Landesarchiv Sachsen-Anhalt Oranienbaum vor. Somit wurde für unseren Ort bisher die Jahreszahl 1147 als "erste urkundliche Erwähnung" angenommen. Aus diesem Grund feierten wir auch im September des Jahres 1997 unser 850-jähriges Bestehen.
Der Name Cörmigk ist dem altthüringischen zu zuordnen. In einer Urkunde aus dem Jahre 1147 sind die Bezeichnungen Cornbeche und Curenmbeck nachzulesen. Weitere Namen unseres Ortes waren Chormbach (Wenden); Cornbach (Sachsen); Kormenik (Slawisch); Cormek, Kormik (Deutsch). Erst danach entwickelt sich nur noch eine Bezeichnung und zwar über Kormig - Cörmick - Körmigk - Cörmigk.
Die Randsiedlung Sixdorf war bis ins 19.Jahundert ein hübscher, selbständiger Ort. Der Ort erscheint seit 1147 im Zins- und Lehnbesitz des Klosters "Gottesgnaden" bei Calbe und kam nicht, wie Cörmigk, im Ausgang des 12. Jahrhunderts zum Kloster "Neues Werk".
Die Kirche steht auf einer ehemaligen slawischen Wallanlage und wurde vermutlich absichtlich als Beweis für das besiegte Slawentum gerade an dieser Stelle erbaut. Die Kirchen unserer Region stammen meist aus der Zeit "Albrecht des Bären", der von 1106 bis 1170 lebte. Der Turm ist romanischer Bauart und steht noch heute in seiner ursprünglichen Form. Die Säulen der Schallöcher tragen die frühromanischen Würfelkapitelle. Da 1816 das alte Schiff und der eingezogene Chor mit geradem Schluss in sehr schlechtem Zustand waren, wurde dieses 1817 abgerissen und mit den alten Steinen, sowie neuen Löbejüner Bruchsteinen der einfache rechteckige Neubau errichtet. Die Grabsteine des Alten Friedhofes wurden mit in das Schiff eingemauert, welche bis zum heutigen Tage zusehen sind. Die Kirche erhielt dabei eine gotisierende Ausstattung mit lang gestreckter Hufeisenempore.
Seit der Reformationszeit im 16. Jahrhundert tendierten die Einwohner unseres Ortes zur Evangelischen Konfession.
Vom Jahre 1645 bis 1973 existierte in unserem Ort eine Schule.
Der erste Kindergarten in Cörmigk entstand am 2. Juli 1940 welcher sich im Pfarrhaus befand und bis zum Jahre 1959 betrieben wurde. Ab 1959 bezogen die Kinder ein neu errichtetes Gebäude. Sie bekamen damit eine geräumige Unterkunft und eine schöne Außenanlage in einem ruhigen verkehrsarmen Gebiet. 1981 wurde eine Kinderkrippe in Cörmigk eingerichtet welche bis zum heutigen Tage auch als Kindertagesstätte dient.
Seit 1995 hat Cörmigk ein Dorfgemeinschaftshaus , in welchem auch die Freiwillige Feuerwehr untergebracht ist. Das Gebäude ist der ganze Stolz der Einwohner unserer Gemeinde. Der Saal bietet Platz für ca. 100 Personen auf den Familienfeiern, Tanzabende und Veranstaltungen durchgeführt werden können.
Ab den 01.01. 2010 ist Cörmigk durch die Gemeindegebietsreform nach Könnern eingemeindet wurden. Somit hat unsere Ort ab diesem Datum keinen Gemeindestatus mehr und ist ein Ortsteil der Großgemeinde Könnern.
Am 23.07. 2011 schloss der Lebensmittel- und Industriewarenhandel, Pannicke aus privaten Gründen. Dadurch gibt es für die Cörmigker keine möglickeit mehr Industriewaren und Lebensmittel in Cörmigk zu kaufen. Mit dem wegfall der Einkaufsstelle, ist ein zentraler Anlaufpunkt für unsere Bürger weggefallen.
Am 11.09.2011 wurde unser Ort um 17.30 Uhr von einem Tornado verwüstet. Binnen 5 min regnete es Faustgroße Hagelkörner vom Himmel. Bis zu 80 Prozent der Dächer wurden abgedeckt. Fenster, Türen und Zäune sind zerborsten. Fassaden zerschossen, der Putz fast pulverisiert. Es gibt Häuser, die aussehen, als hätten sie unter stundenlangem Dauerfeuer gelegen. Alle Autos, die nicht unter einem Dach standen, wurden von den Hagelkörnern verbeult. Alles, was draußen stand, ist kaputt. Viele Menschen seien so schwer geschädigt, dass sie oftmals nicht weiter wüssten.
Das verheerende Unwetter hat einer Frau, im Nachbarort Preußlitz, das Leben gekostet und eine Schneise der Verwüstung hinterlassen.
Umgestürzte Bäume und herumfliegende Äste kappten zahlreiche Freilandleitungen und sorgten für Stromausfälle.
Selbst die älteren Bewohner können sich nicht an ein Unwetter solchen Ausmaßes erinnern. Jetzt versucht das Dorf, die Trümmer zu beseitigen und die Schäden notdürftig zu reparieren. Mit Folien und Holzlatten schützen die Einwohner Fenster und Dächer. In den Baumärkten rund um Cörmigk gebe es bereits keine Abdeckplanen mehr.
Weiter stark betroffen waren die Orte Preußlitz, Peißen, Biendorf, Gerlebogk, Ilbersdorf, Könnern...


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